Was ist bitte dein Problem?

Kennt ihr das? Diese Momente in denen von einen auf den anderen Augenblick nichts mehr so ist wie es vorher war? In denen man das Gefühl hat es bleibt einem die Luft weg?

Eigentlich wollte ich mich heute an einen Blogbeitrag zu unserem Wochenendexperiment (#wildessh) machen. Aber dann kam alles ganz anders als gedacht.

Es war einer dieser Momente, der einem mal wieder zeigte, dass unsere ganzen kleinen Problemchen und Befindlichkeiten ein absoluter Scheiß sind. Sie bedeuten nichts. Rein gar nichts.

Geld, Status, die kleine Machtkämpfe im Job, in der Beziehung, das ewige Recht haben wollen, sind vollkommen bedeutungslos.

Welche Werte verfolgen wir eigentlich jeden Tag?! Was ist uns wichtig?! Über was regen wir uns auf?!

Das unser Partner die Zahnpastatube nicht zugedreht hat? Das ein Kollege im Büro den letzten Kaffee getrunken hat? Das wir keinen Sitzplatz in der U-Bahn bekommen haben? Das der Nachbar abends noch den Rasen mäht?

So ein Bullshit!

Ja ich nenne absichtlich diese Klischees. Einfach um euch einmal deutlich zu machen, dass ihr eure Zeit verschwendet mit diesen unbedeutenden Kleinigkeiten. Ihr verschwendet Zeit, die ihr glücklich sein könntet, mit diesem kleinkarierten Scheiß.
Ihr könntet glücklich sein, weil ihr gesund seid,
weil ihr ein Dach übern Kopf habt,
weil ihr was zu essen auf den Tisch habt,
und und und.
Und vor allem noch einmal weil ihr verdammt noch mal gesund seid.
Weil ihr einen gesunden Partner habt,
weil ihr ein gesundes Kind habt,
weil ihr gesunde Eltern habt.

Verbringt eure Zeit lieber mit euren Liebsten, statt sie damit zu verbringen über diese bedeutungslosen Kleinigkeiten nachzudenken oder noch schlimmer euch darüber zu ärgern.

Wie komme ich jetzt plötzlich darauf so durchzudrehen zu diesem Thema? Ich will es euch erzählen.

Was würdet ihr tun, wenn ihr monatelang, genauer gesagt die gesamte Schwangerschaft über, davon ausgeht ein gesundes Kind zu bekommen? Wenn alle Tests besagt haben, dass euer Kind zu 99,3 % gesund ist? Ihr euch Wahnsinn gefreut habt. Alles geplant habt für euren kleinen neuen Mitbewohner. Und dann einen Tag nach der Geburt erfahrt, dass euer Kind eben nicht gesund ist? Was würdet ihr tun?

Du bekommst dein Kind. Hälst es einen Tag lang in den Armen. Wunderst dich vielleicht ein wenig. Darüber wie ruhig sie ist- Aber es ist dein erstes Kind. Und du bist erschöpft von 12 Stunden Wehen und der Geburt. Du denkst dir der Kleinen wird es genau so gehen. Du freust dich sogar etwas darüber, dass du ein ruhiges unkompliziertes Kind zu haben scheinst. Und dann kommt der Arzt. Und sagt dir dein Kind ist nicht gesund. Und wird es auch niemals sein.

Damit hast du -ihr- nicht gerechnet. Du hörst zwar seine Worte, aber du verstehst den Inhalt gar nicht so richtig. Du willst es auch nicht glauben. Du kannst es nicht glauben. Ganz langsam sickern die Worte tief in dein Herz hinein und dabei schaust du auf deine kleine Tochter neben dir. Und zum Gefühl der unbändigen Liebe und Freude gesellt sich plötzlich der Schmerz.  Ein ungläubiger Schmerz. Darüber, warum es unbedingt deine Tochter treffen musste. Darüber warum es unbedingt  euch treffen musste. Und sofort bereust du diesen Gedanken, denn wie kannst du sie als Fehler ansehen. Sie ist doch perfekt. Für dich. Trotz allem. Wie sie da neben dir liegt und schläft. Und alle deine Träume für eure Zukunft zerplatzen wie Seifenblasen.

So und jetzt noch einmal: Worüber hast du dich heute geärgert? Worüber hast du dich aufgeregt?

Und ich bitte dich inständig: Setze deine Probleme in Relation zu der von mir geschilderten Geschichte. Sie ist wahr. Und sie ist eben erst passiert. Es ist keine Fiktion.

Nun bewerte deine Probleme noch einmal neu. Sind sie es wert deine wertvolle Lebenszeit damit zu verschwenden?

Oder verbringst du deine Zeit heute lieber damit glücklich zu sein. Dankbar zu sein für das was du alles hast?
Deine Entscheidung.

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