Ich werfe mein Herz voran ins neue Jahr

Liebes 2018,

bis auf die wundervolle Hochzeit und alles drum herum dazu meines Lieblingsmenschen warst du eher etwas unscheinbar und auch nicht allzu dramatisch. Du hattest Höhen und Tiefen, aber alles in allem warst du eher wie eine sanfte Brise und nicht gerade ein Orkan. Ich denke wärst du ein Mensch würde ich dich als einen eher in sich gekehrte Person beschreiben. Die zwar sehr eloquent und weise ist, sich mit ihrer Meinung aber zurückhält. Jemand, der nur Ratschläge gibt, wenn er drum gebeten wird und ansonsten still und mit einem leichten Lächeln auf den Lippen zuschaut was der Rest um ihn herum so veranstaltet, aber sofort zur Stelle ist, wenn Holland in Not ist.

Liebes 2018

ich habe so viel gelernt dieses Jahr. Aber nichts was für Außenstehende aufregend erscheinen würde.

Nachdem 2017 das Jahr des “still Werdens”, des Rückzugs, des Wartens und der Geduld war, ist 2018 für mich das Jahr der Gelassenheit, des mich wieder finden und des Selbstwertgefühls erleben gewesen. Ein Jahr der Heilung. Körperlich, emotional und seelisch. Ein Jahr voll von Liebe für andere, aber auch für mich selbst. Na endlich!

Anfang 2018

war es noch undenkbar der Welt so offen und mutig zu zeigen, wer ich wirklich bin. Jetzt Ende 2018 fühle ich mich frei wie nie zuvor.

Und dazwischen liegst du liebes 2018 mit deiner ruhigen, unaufdringlichen Art, die mir genügend Raum und Zeit zum Scherben zusammen setzen, zum Wachsen gelassen hat.

Viele Momente des kleinen Glücks, viele kleine Streitereien mit dem Herzensmann, um endlich an den Punkt zu gelangen an dem wir heute stehen und eine große Verantwortung als Trauzeugin der wichtigsten Frau in meinem Leben, haben dieses Jahr 2018 zu einem Jahr gemacht, dass ich nie und nimmer vergessen werde.

Reibung gab es nicht zu wenig,

aber ohne das ganz große Drama (meistens jedenfalls, ich sag nur Kaffeevollautomat, die Insider wissen was gemeint ist 😉 ). Aber ohne diese Reibung, diese Spiegelung in den zwischenmenschlichen Beziehungen hätte auch nie und nimmer dieses Wachstum in mir entstehen können. Und beim Herzensmann und mir haben sich durch diese Reibung nach und nach in 2018 die Ecken und Kanten unserer manchmal übergroßen Egos geglättet und übrig bleiben nur die liebenden Herzen. Reibung erzeugt eben auch Wärme.

Und nicht nur du liebes 2018,

denn vorhin während der Autofahrt zogen nach und nach viele Ereignisse der letzten Jahre an meinem inneren Auge vorbei.

Nein nicht wie wenn man stirbt (wobei vielleicht ja doch, wer weiß das schon).

Schöne Ereignisse, freundliche und liebe Worte, aber auch miese Themen und Worte, die mich verletzt haben. Und alles was ich empfand war tiefe Dankbarkeit. Für all das was ich bereits erlebt habe. Gut oder Schlecht. Für jeden Menschen, der mir bisher begegnet ist. Für jedes Wort, das ich bisher gehört habe.

Alles was bisher war hat mich genau hier hingebracht.

In ein nicht perfektes Leben als absolut unperfekter Mensch. Es hat mich zu dieser Frau gemacht, die ich heute bin. Mit Falten und Narben im Gesicht. Mit einer Speckrolle am Bauch und Dellen an den Oberschenkeln. Zu einer Frau, die gerne und vor allem oft viel zu viel und verquer denkt. Die falsch und laut unter der Dusche singt. Die man viel zu schnell aus der Fassung bringen kann, aber die andrerseits in schwierigen Situationen wie ein Fels in der Brandung jeder Welle stand hält. Die Frau, die eine richtig tolle beste Freundin und Trauzeugin ist. Die lieben und hassen kann innerhalb von wenigen Sekunden. Die oft viel zu laut redet und vor allem viel zu viel. Die oft zu sehr an das Wohl anderer denkt, statt an ihr eigenes. Aber die manchmal auch so unglaublich egoistisch sein kann. Besonders dann wenn es um Eis und Süßigkeiten geht. Und eine Frau, die mutig ist. Mutig, aber nicht dumm dabei. Die gelernt hat, dass Angst auch nur eine Emotion ist, die kommt und geht und auch wieder verschwindet, wenn man sich mit ihr auseinandersetzt.

Und tatsächlich könnte ich jetzt noch eine lange Liste von Dingen aufzählen. Und das Schöne daran ist:

Negative und positive Punkte würden sich die Waage halten.

Also Danke liebes 2018

für deine Lehrstunde in puncto Selbstbewusstsein. Denn es geht dabei nicht darum nur gute, positive Dinge an sich selbst zu finden. Sondern auch die negativen Eigenschaften zu erkennen, zu akzeptieren und bestenfalls die eigenen Fehler mit einem ironischen Augenzwinkern sogar zu lieben.

Für dich liebes, heiß erwartetes 2019 fasse ich keine besonderen Vorsätze,

denn ich finde dafür benötigt man keinen Stichtag. Aber ich habe Pläne. Herzenspläne. Und ich freue mich jetzt schon weiterhin mutig zu sein. Mit offenem Herzen in die Zukunft zu gehen und das Leben zu leben mit allem was sich mir noch bieten wird. Liebes 2019, ich kann es kaum noch erwarten, dass wir endlich gemeinsam los ziehen können, um die Welt mit unseren Ideen, Visionen, unser Verrücktheit und vor allem mit ganz viel Liebe ein, wenn auch nur klitzekleines bisschen, zu verändern.

Euch allen wünsche ich einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Und denkt daran ihr seid genauso richtig wie jetzt ihr seid. Ihr braucht keinen flacheren Bauch, keine kleinere Nase und keine neuen Brüste. Und hey ich finde ihr müsst euch auch nicht immer und immer und immer weiter selbst optimieren. Weder körperlich noch geistig. Ich finde genauso wie ihr seid, seid ihr verdammt perfekt unperfekt.

Zeit zu Weihnachten schenken

Weg vom materiellen Weihnachtswahnsinn und hin zu unserem wertvollsten Gut: achtsam Zeit miteinander zu verbringen

Die Vorweihnachtszeit und vor allem die Weihnachtsfeiertage sollen Menschen ja eigentlich entschleunigen, sollen Menschen zusammen bringen und eine Zeit der Besinnung  sein. Raum für Miteinander, des Mitgefühl und Liebe schaffen.

Und jetzt bitte alle mal die Hände hoch heben bei denen die Vorweihnachtszeit wirklich aus den eben genannten Dingen besteht und nicht aus

  • Stress durch die Suche nach Geschenken
  • der Planung des Weihnachtsessen
  • der Panik vor der Familie oder vielleicht auch nur der Schwiegermutter 
  • Gedanken darüber wie man die Geschenke für alle bloß bezahlen soll
  • Hektik und Lärm in den vollen Geschäften
  • Erschöpfung durch zu viele Weihnachtsfeiern oder Treffen zum Glühwein trinken mit Kollegen

Das ist wohl eher das wahre Leben für die meisten Menschen in der Vorweihnachtszeit. Auch mein Leben bis vor wenigen Jahren. Naja ehrlich gesagt bis vor einem Jahr 🙂

An alle, die ihre Hand heben konnten: Herzlichen Glückwunsch. Ihr habt den Sinn von Weihnachten verstanden. Ihr dürft jetzt aufhören zu lesen und einfach weiter machen mit dem was ihr tut. Nein, Spaß beiseite: ihr dürft natürlich auch sehr gerne weiter lesen, vielleicht ist ja noch die ein oder andere Zeitgeschenkidee für euch dabei.

An alle, die ihre Hand nicht heben konnten: Der folgende Absatz wird jetzt etwas hart für euch klingen, aber ich meine es wirklich nur gut mit euch.  

Kein noch so tolles, noch so teures Weihnachtsgeschenk für eure Partnerin, euren Partner, eure Mutter, euren Vater, euer Kind oder sonst wen wird dafür sorgen, dass ihr oder aber auch der Beschenkte nachhaltig und ehrlich glücklich wird.

Liebe ist nicht käuflich!

Wenn ihr das gesamte Jahr wenig Zeit für euer Kind, eure Eltern oder auch eure Frau/Freundin/Mann/Freund hattet, dann bringt es auch rein gar nichts zu Weihnachten mit dem ultra, teuren, neusten Scheiß anzutanzen. Mag sein, dass es eine kurze Begeisterungswelle hervorruft, aber das war es dann auch schon. Das wiegt niemals die 364 tage im Jahr auf, die ihr nicht präsent wart. 

Wisst ihr womit ihr wirklich punkten könntet? 

Und das ohne euch vollkommen zu verschulden, gestresst zu sein und am Ende mit einem Herzinfarkt unter Weihnachtsbaum zu sitzen?

Mit eurer Zeit! Ihr habt rein gar nichts, dass wertvoller ist. Ihr meint immer alle, dass ihr noch so viel Zeit habt. Das ihr dies und das und jenes ja später noch machen könnt. Aber was, wenn es dieses später gar nicht gibt? Oder aber es gibt vielleicht später dann den Menschen, mit dem ihr etwas machen wolltet nicht mehr? Also warum immer später.  

Jetzt wäre doch auch gut!

Mit Zeit schenken ist nicht nur eure körperliche Anwesenheit gemeint. Das kann ja jeder. Aber versucht doch einmal wirklich und echt präsent zu sein. So ganz im Moment. Im hier und jetzt an Weihnachten. Geht nebenbei nicht die Rezepte fürs Weihnachtsessen am nächsten Tag durch oder seid mit den Gedanken eigentlich noch bei der Arbeit. Sondern schenkt eurem Gegenüber eure volle Aufmerksamkeit. Hört zu. Nicht nur um zu antworten, sondern um des reinen zuhören Willens.

Das ist dann der Geist von Weihnachten.

Und wem dieses Zeit schenken nun doch noch zu wenig Ausdruck seiner Liebe ist, der kann auch gut und gerne gemeinsame Zeit verschenken.

Die folgenden Ideen habe ich alle schon einmal selber ausprobiert und bisher war nie jemand enttäuscht. Eher das Gegenteil.

Von Low Budget bis hin zum schon recht preisintensiven Geschenk ist alles dabei. 

  1. Packe eine Wolldecke, zwei Mützen und eine Flasche Wein (alternativ ein anderes Getränk deiner Wahl) zusammen ein und schenke eine Stunde gemeinsam an euren Lieblingsort sitzen. Bei uns ist dies das Hamburger Hafenbecken. Hier haben der Herzensmann und ich bereits viele sehr schöne Stunden zusammen verbracht (übrigens auch schon im Kalten). Wir trinken immer einen Aperol Spritz und reden mit Blick auf die Werft über Gott und die Welt.                                                                                
  2. Schenke jeden Monat ein Date. Diese Variante eignet sich nicht nur für Paare, sondern auch super für (Schwieger)-Eltern. Hier sollte man es vielleicht nicht Date, sondern Treffen nennen 😉 Ich habe diese Idee sowohl dem Herzensmann wie auch meiner Schwiegermutter in Spe bereits einmal geschenkt.  Denke dir für jeden Monat etwas aus,  dass ihr gemeinsam machen könnt (ins Kino gehen, Lieblingsrestaurant, an den Strand fahren, Fahrradtour, für den anderen Kochen, Wildpark, schwimmen gehen, gemeinsamer Spa Besuch, einen Workshop besuchen). Euren Ideen ist hier kaum eine Grenze gesetzt und ihr verschenkt über ein Jahr pro Monat einmal für einige Stunden eure Zeit. Ich habe diese Ideen in einem Fotoalbum hübsch reingeschrieben und pro Aktivität eine Seite frei gelassen. Hier wird dann bei jeder Aktivität ein Bild gemacht und eingeklebt.                                                                                                 
  3. Suche dir ein schönes Buch aus von dem du denkst, dass es dem Beschenkten auch gefallen könnte und lest dieses gemeinsam. Verabredet euch hierfür zu festen Zeiten/Tagen und verbringt so qualitativ hochwertige Zeit miteinander.                                                                                                         
  4. Buche einen schönen Kurzurlaub für euch. Dies ist das Geschenk unserer Wahl meiner besten Freundin und mir seit einigen Jahren. Wir finden es absolut Sinn befreit immer materielle Dinge hin und her zu verschenken und verbringen lieber ein paar schöne Tage außerhalb des Alltages miteinander. Über diese Urlaube sprechen wir immer wieder und erfreuen uns daran. Das ist etwas das uns für immer bleiben wird im Gegensatz zu einem materiellen Geschenk.                                
  5. Finde einen spannenden Workshop, den auch der Beschenkte interessant findet. Vielleicht kocht er gerne oder wollte schon immer mal malen? Oder aber er steht auf Paintball oder springt gerne Trampolin. Mach auf jeden Fall unbedingt direkt im Geschenk einen festen Termin aus, sodass das Geschenk für beide Seiten verbindlich ist und nicht in Vergessenheit gerät.

Ja auch bei diesen Geschenken spielt Materielles eine Rolle. Aber immer im Zusammenhang mit gemeinsamer Quality Time.  Zeit, in der ihr nicht anderen Gedanken nachhängt, am Handy dadelt oder was auch immer sonst zur Ablenkung nutzt. Und das ist etwas da bleibt. Und verbindet. Und selig macht. Und nachhaltig ist. Für Euch, den Beschenkten und die Welt.

In diesem Sinne euch allen eine frohe, glückliche und stressfreie Restvorweihnachtszeit und tolle Feiertage mit schönen Momenten, tollen Gesprächen und ganz viel Liebe.

Wer gerne wissen möchte was sich hinter Türchen 17 für ein schöner Beitrag von der lieben Juli versteckt hatte findet diesen hier:  www.zufallsmoment.de

Und Türchen 19 ( Veganes Weihnachts Dinner – einfach, lecker und low Waste) findet ihr dann morgen bei Miri auf : www.thesoulfoodtraveller.com

Paul und Lilly freuen sich auf entspannte Weihnachtsfeiertage
Paul und Lilly freuen sich auf entspannte Weihnachtsfeiertage


#emotionenrespektieren

Da stimme ich nur bedingt zu

Ja ich finde auch, dass wir uns nicht wegen Bullshit und Kleinigkeiten übermäßig aufregen und unsere Lebenszeit verschwenden sollten. 

Auch über Dinge, die wir, aktuell, nicht ändern können gehören zu dem Punkt Bullshit für mich.

Aber ich finden auch, dass wir Emotionen wie beispielsweise Traurigkeit oder Wut nicht einfach beiseite schieben sollten. Sie immer als unerwünscht deklarieren und so schnell wie möglich los werden wollen.

Diese Emotionen zeigen uns etwas in uns. Etwas das gesehen werden will, anerkannt werden will.

Wenn wir immer nur alles „negative“ schnell beiseite wischen führt dies doch nur dazu, dass es uns irgendwann mit geballter Kraft trifft. Denn totschweigen und ignorieren führt nicht zur plötzlichen, spontanen Auflösung der Auslöser.

Also vielleicht lieber mal Emotionen als das ansehen was sie sind: sie kommen und gehen, aber bleiben nicht für immer. Und sie weisen uns, manchmal leise und manchmal laut, auf Dinge in unserem Inneren hin.

#emotionenrespektieren

So etwas gehört sich aber nicht (Tabuthemen öffentlich machen)

Diesen Satz habe ich in meiner Kindheit oft gehört.

Achte auf dein Benehmen. Achte auf deine Wortwahl. So etwas gehört sich nicht hier zu besprechen. Was denken dann die anderen? So etwas machen wir nicht. So etwas sagen wir nicht. 

In den letzten zwei Jahren habe ich viel über mich gelernt. Habe vieles erkannt und aufgearbeitet. Ich durfte viele Erfahrungen machen, aber habe ehrlich gesagt immer noch keinen blassen Schimmer davon, wer ich eigentlich bin. Aber ich fühle mich auf dem richtigen Weg.

Ein kleiner Exkurs bevor es so richtig los geht:

Das mit diesem Resonanzgesetz habe ich schon immer sinnig gefunden. Du bekommst was du brauchst. Wobei brauchen hier nicht im Sinne von “was braucht mein Ego jetzt” zu verstehen ist. Sondern oft ist das was wir wirklich brauchen so ganz und gar nicht das, was wir uns in dem Augenblick wünschen. Im Nachhinein betrachtet machen schlimme, traurige Situationen ja oft sehr viel Sinn und wir erkennen, dass es ganz genau so richtig für uns war. Auch wenn wir in dem Augenblick damals absolut vom Gegenteil überzeugt waren.

Danke für euren Mut

„So etwas gehört sich aber nicht (Tabuthemen öffentlich machen)“ weiterlesen

#vergleichenmachtunglücklich

Wenn ich den gängigen Regeln hier auf Instagram folgen würde, würde ich euch jetzt erzählen was wir heute für einen tollen Tag auf Sylt hatten. Das wir achtsame Gespräche geführt haben, mit den Hunden Spaß am Strand hatten und natürlich total verliebt waren. Also eine wunderschöne heile, kleine Welt.

Tja, ich habe aber für mich schon vor ein paar Wochen beschlossen, dass ich nicht den Regeln für viele Follower und viele Likes hier folgen werde. Ich will euch keine Fake Realität vorgaukeln. 

Deshalb wenn ihr Fragen würdet wie unser Tag heute war, dann lautet die Antwort: es war ein völliger Alptraum‍♀️ Das Essen war ok, aber halt einfach Gosch. Es war Schweinekalt und wir sind immer noch völlig durch gefroren. 

Aber das eigentlich schlimme war, dass der -Mann und ich uns furchtbar gestritten haben. Nicht nur ein wenig gekabbelt wie wir das ja gerne mal machen. Ne es gab einen richtig großen Knall mit bösen Worten, die noch immer blutende Wunden im Herzen des anderen hinterlassen haben. 

Es ging so weit, dass wie jeder in eine andere Richtung am Strand davon gestrazt sind und die nächsten zwei Stunden getrennt voneinander verbracht haben. 

Dadurch haben wir dann die Fähre zurück nach Rømø verpasst und mussten noch mal 3 Stunden auf Sylt ausharren. Einander anschweigend mit einem übereifrigen Kellner in einem Restaurant. 

Ja genauso ätzend wie es sich anhört war es auch.

Mittlerweile sitzen wir wieder gemeinsam in unserem Ferienhaus und haben uns ausgesprochen. Dadurch wird gesagtes nicht ungeschehen gemacht, aber vieles könnte relativiert werden. Und wir haben uns wieder lieb. Und wie immer wird es uns wahrscheinlich wieder ein Stück näher bringen. Einfach weil gnadenlose Ehrlichkeit und Offenheit zwar oft weh tut, aber für eine echte, tiefe Liebe einfach notwendig ist.

Warum erzähl ich euch das jetzt alles? 

Weil ich selbst oft beim durch den Feed scrollen dazu neige mich zu vergleichen. Mit all diesen schönen Leben der anderen. Ihrer perfekten Haut, ihren tollen Haaren, ihren glücklichen Beziehungen und und und. 

Aber das ist einfach nicht das wahre Leben. Das ist nun einmal nicht immer nur eitel Sonnenschein.

#vergleichenmachtunglücklich

#selbstzweifelüberwinden

“Sind wir denn nie schön genug?

Ist es hier nie schön genug?

Sind wir denn nie schön genug?

So wie wir sind, sind wir so viel zu schnell zu müde oder blind.

Aber alles soll und alles muss

Aber alles geht und jeder will

Perfekt sein”

Ich habe vorhin beim Aufräumen auf einem alten USB Stick dieses Lied von Lina Maly “Schön genug” gefunden und dazu passt das Bild perfekt. Nach aussen hin sah ich fröhlich und glücklich aus, aber im Inneren war ich voller Selbstzweifel und Versagensängsten.

Als meine beste Freundin mir gesagt hat, dass ich ihre Trauzeugin sein darf, habe ich vor Freude angefangen zu weinen. Allen anderen war klar, dass es niemanden außer mir gibt, der für dieses ehrenvolle Amt in Frage kommt. Mir selber war das aber so ganz und gar nicht klar. Mir wären auf der Stelle eine Handvoll andere Frauen eingefallen in ihrem Freundeskreis, die ich für deutlich geeigneter dafür gefunden hätte. 

Jetzt im Rückblick denke ich mir:  was für ein Bullshit ich mir da schon wieder zusammen gedacht habe. 

Aber in dem Augenblick und auch immer wieder in den 1,5 Jahren Planungszeit überkamen mich riesige Selbstzweifel. Ob ich es gut genug mache, schön genug für sie mache, ob meine Ideen nicht zu langweilig sind. Ich habe so einige Male weinend da gesessen und mich dafür gehasst, dass ich so unperfekt bin.

Ich habe geplant, gebastelt, war für sie da und wusste eigentlich, dass ich echt nen guten Job mache. Und vor allem, dass es nicht wichtig ist, dass alles perfekt ist, sondern es wichtig ist, dass ich für sie da bin. Und das war ich wirklich immer. 

Aber in meinen Kopf ist diese fiese, kleine Stimme, die mir immer zuflüsterte “du bist nicht gut genug” trotzdem nie ganz verstummt. 

Es war eine wunderschöne Zeit und es war eine nervenaufreibende Zeit. Ich bin gewachsen und habe mich weiter entwickelt. 

Und ich weiß jetzt wie ich mit der fiesen, kleinen Stimme reden muss, aber los geworden bin ich sie immer noch nicht.

#selbstzweifelüberwinden

Balance bewahren – Hochsensibilität im Alltag

Gestern Abend konnte ich mal wieder nicht einschlafen.

Ihr kennt das sicher. Die Gedanken rasten in meinem Kopf hin und her. Gute Ideen, völlig bekloppte Gedankenschnipsel, Ängste, Erinnerungsfetzen und vieles anders summte vor sich hin. Nach einer Stunde hin und her wälzen hatte ich genug und bin wieder aufgestanden. Schweren Herzens, weil ich eigentlich wirklich richtig müde war. Und mich so auf den Montag Morgen gefreut hatte. Aber ich weiß ganz genau, wenn ich bis nachts spät aufbleibe, ist der Montag Morgen komplett gelaufen.

Ich habe aber auch gelernt, dass es einfach gar nichts bringt dagegen anzukämpfen. Sobald ich einen gewissen Punkt überschritten habe hilft nur noch aufstehen und etwas tun.

Also hab ich mir einen Tee gemacht und mich zuerst an mein Gedankenbuch gesetzt. Ich habe alles aufgeschrieben was da herum sirrte in meinem Kopf.

Heraus gekommen ist unter anderem (es ging bis heute nacht um vier Uhr) eine Liste mit Dingen, die ich tue um mein Energielevel im Alltag einigermaßen konstant zu halten. Diese Punkte sind sicher nicht für jeden so umsetzbar (ich habe wirklich viel Glück), aber mir helfen sie meine Hochsensibilität im Alltag & in einer Großstadt recht gut ohne großen Energieverlust zu leben. „Balance bewahren – Hochsensibilität im Alltag“ weiterlesen

#perfektunperfekt

Früher hätte ich an diesem Bild sicher einiges auszusetzen gehabt. Zu kleine Augen, die Haare sind zu gelbstichig, Falten, die Zähne nicht weiß genug und man fett sehe ich auch aus. Zack gelöscht.

Heute schaue ich tatsächlich schon mit viel mehr Liebe auf mich selbst. Das auf dem Bild das bin ich. Ziemlich wahrhaftig und gut getroffen. Da hat mein Fotograf (in diesem Fall mein Liebster) wirklich nen ziemlichen Volltreffer gelandet.

Ich bin nicht perfekt, ich bin kein Schönheitskönigin und auch kein Model. Aber ich bin ich. Und genau so richtig wie ich bin. Mit meinen Falten und Fältchen, meinen Speckrollen, der Cellulite, den Narben (und davon hab ich so einige & jede einzige erzählt meine Geschichte) und den fünf Kilo zu viel auf den Rippen aktuell.

Man sagt ja immer Schönheit liegt im Auge des Betrachter. Wir sollten uns selbst oft viel liebevoller betrachten. Und das nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich.

#selflovefirst #perfektunperfekt

Einfach mal drüber tanzen

Gestern Abend habe ich bestimmt eine Stunde lang am Laptop gesessen und vor mich hin gestarrt. Einfach die Gedanken fließen lassen und reflektiert was gestern tagsüber alles passiert ist.

Ich bin mal wieder in alte Muster zurück gefallen.

Habe wieder die “mir ist alles Recht beide Hände nach außen streckend mit Handflächen nach vorn zeigend gemacht” und hätte mich fast schon wieder unter Wert verkauft.
Hola die Waldfee. Was ist denn bloß los mit mir frag ich mich öfter mal?! Wie kann man denn immer und immer und immer und immer wieder in selbe Falle tappen?

„Einfach mal drüber tanzen“ weiterlesen

#lieblingsmensch

Jetzt ist es tatsächlich schon auf den Tag einen Monat her.

Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Es kommt mir einerseits vor wie gestern und andrerseits habe ich das Gefühl die Hochzeit ist meilenweit entfernt.

Es ist in diesem Monat einfach so viel passiert. Es kommt mir manchmal fast vor vor wie ein anderes Leben. Seit einem Monat bekomme ich nicht mehr täglich Anrufe, Whatsapps, Mails von Freunden und der Familie des Brautpaares. Ich muss nichts mehr organisieren, basteln, vorbereiten und koordinieren. Liege nicht mehr schlaflos nachts wach, weil ich meine Rede immer und immer wieder durchgehe und verbessere.

Es war ein großartige Zeit. Und es war eine stressige Zeit. Es war eine von Liebe erfüllte Zeit. Und es war eine Zeit der Abgrenzung. Ich bin immer und Immer wieder bis an meine Grenzen gegangen oder gebracht worden. Und ich bin wahnsinnig gewachsen an dieser Herausforderung. Ich vermisse es. Und ich bin auch froh, dass es vorbei ist.

Aber eines ist immer noch genauso wie es vor einem Monat war: meine beste Freundin ist mein absoluter Lieblingsmensch. Ich kenne keine so herzensgute, lustige, liebevolle Person wie sie. Und ich bin dankbar ein Teil ihres Lebens sein zu dürfen #lieblingsmensch